Batteriehersteller Leclanché: Deutsche Töchter insolvent – Zellfertigung betroffen

Der Batteriehersteller Leclanché hat für zwei deutsche Tochtergesellschaften beim Amtsgericht Offenburg Insolvenzanträge gestellt. Betroffen sind die Leclanché GmbH und die Leclanché Service GmbH in Willstätt. Beide Gesellschaften sind nach Konzernangaben zahlungsunfähig, weil eine weitere Finanzierung nicht rechtzeitig zustande kam. Deshalb ist auch die deutsche Fertigung großformatiger Lithium-Ionen-Zellen betroffen. Diese Zellen kommen vor allem in Schiffen, Zügen, schweren Elektrofahrzeugen und stationären Großspeichern zum Einsatz. Das Gericht ordnete Sicherungsmaßnahmen an, während Leclanché weiterhin nach kurzfristigem Kapital sucht.

Der Batteriehersteller Leclanché meldet Insolvenz für zwei deutsche Töchter. Zellfertigung für Schiffe, Züge und Großspeicher betroffen
Der Batteriehersteller Leclanché meldet Insolvenz für zwei deutsche Töchter. Zellfertigung für Schiffe, Züge und Großspeicher betroffen
Bild: Shutterstock

Batteriehersteller Leclanché fertigt Zellen für Schiffe und Züge

Die Leclanché GmbH ist die eigentliche Produktionsgesellschaft am Standort Willstätt. Dort fertigt das Unternehmen großformatige Lithium-Ionen-Pouch-Zellen für industrielle Batteriesysteme. Außerdem produziert Leclanché dort Elektroden mit einem wasserbasierten Fertigungsverfahren. Die weitere Integration zu Modulen und kompletten Batteriesystemen erfolgt dagegen teilweise an anderen Standorten des Konzerns.

Die Batteriezellen sind nicht für Smartphones oder gewöhnliche Haushaltsgeräte bestimmt. Vielmehr konzentriert sich Leclanché auf Anwendungen mit hohen Leistungs- und Kapazitätsanforderungen. Dazu gehören elektrische und hybride Fähren sowie andere Schiffe. Außerdem nutzt der Konzern seine Technik für Bahnfahrzeuge, schwere Nutzfahrzeuge, Arbeitsmaschinen und stationäre Energiespeicher.


Zweite deutsche Tochter übernimmt Serviceaufgaben

Die ebenfalls insolvente Leclanché Service GmbH produziert dagegen keine Batteriezellen. Sie übernimmt nach den verfügbaren Registerangaben Dienstleistungen in den Bereichen Personal, Finanzen, Einkauf, Logistik und Vertrieb. Damit unterstützt sie die Produktionsgesellschaft organisatorisch. Die Insolvenz trifft deshalb sowohl die industrielle Fertigung als auch wichtige Verwaltungs- und Servicefunktionen.

Wie viele Mitarbeiter aktuell unmittelbar betroffen sind, teilte der Batteriehersteller Leclanché mit den Insolvenzanträgen nicht mit. Der jüngste verfügbare Halbjahresbericht liefert jedoch einen Anhaltspunkt. Zum 30. Juni 2025 beschäftigten Leclanché GmbH und Leclanché Service GmbH zusammen 147 Vollzeitäquivalente. Im gesamten Konzern waren es damals 356. Damit entfiel ein erheblicher Teil der Konzernbelegschaft auf die beiden deutschen Gesellschaften.


Liquiditätsprobleme bestanden bereits seit Monaten

Die Zahlungsprobleme kamen jedoch nicht überraschend. Bereits Anfang 2026 meldete Leclanché Liquiditätsengpässe und verspätete Zahlungen. Außerdem musste der Konzern die Veröffentlichung seines Geschäftsberichts 2025 mehrfach verschieben. Noch am 10. September konnte Leclanché nicht ausreichend nachweisen, dass die Finanzierung mindestens bis Juni 2027 gesichert ist. Deshalb bleibt der Handel mit den Aktien seit dem 1. Juni 2026 ausgesetzt.

Die Insolvenzverfahren befinden sich bislang im vorläufigen Stadium. Das Amtsgericht Offenburg führt das Verfahren der Leclanché GmbH unter dem Aktenzeichen 30 IN 589/26. Für die Leclanché Service GmbH lautet das Aktenzeichen 30 IN 588/26. Eine Eröffnung der eigentlichen Insolvenzverfahren ist bislang nicht bekanntgegeben worden. Der Batteriehersteller Leclanché versucht deshalb weiterhin, Kapital von Kunden, Partnern und möglichen Investoren zu erhalten.

Der Konzern verweist gleichzeitig auf Nachfrage nach seinen Batteriesystemen und einen gewachsenen Auftragsbestand. Aufträge allein lösen jedoch ein akutes Liquiditätsproblem nicht. Für Rohstoffe, Personal und laufende Produktion benötigt das Unternehmen kurzfristig verfügbare Mittel. Deshalb hängt die Zukunft der Zellfertigung in Willstätt wesentlich davon ab, ob Leclanché schnell zusätzliche Finanzierung sichern kann.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Finanzen (24.09.26) – MarketScreener (23.09.26)

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