Amazon bereitet nach Medienberichten den Abbau von rund 30.000 Stellen im Corporate-Bereich vor. Amazon will damit tief in zentrale Strukturen eingreifen und mehrere Kernbereiche neu ordnen. Laut Reuters sind unter anderem AWS, Prime Video, der Onlinehandel sowie die Personalabteilung betroffen. Der Stellenabbau soll kurzfristig starten und eine größere Reorganisation flankieren (reuters: 23.01.26).
Amazon setzt beim Stellenabbau auf klare Prioritäten
Bereits im Oktober 2025 strich Amazon rund 14.000 Stellen im administrativen Bereich. Diese Kürzungen waren jedoch nur der erste Schritt. Nun soll die zweite Welle folgen, sodass sich der Umfang auf rund 30.000 Jobs summiert. Damit würde der Stellenabbau höher ausfallen als frühere Programme. 2022 lagen die Kürzungen darunter.

Der Zeitpunkt wirkt strategisch. Die Übergangsfristen für viele zuvor gekündigte Beschäftigte laufen aktuell aus. Dadurch kann Amazon interne Bewerbungen und Neuverteilungen mit dem nächsten Schnitt verknüpfen. Gleichzeitig steigt der Druck auf Teams, Rollen schneller neu zu definieren. Viele Abteilungen müssen Zuständigkeiten neu sortieren.
Reorganisation rückt in den Fokus des Konzerns
Im Zentrum steht weniger Technologie als Organisation. Konzernchef Andy Jassy betonte in früheren Aussagen, dass Amazon über Jahre zu komplex geworden sei. Es habe sich ein Netz aus Ebenen und Rollen gebildet, das Entscheidungen verlangsamt. Die Reorganisation soll diese Verdichtung abbauen. Der Stellenabbau dient dabei als Hebel, um Strukturen zu verschlanken.
Künstliche Intelligenz spielt zwar eine unterstützende Rolle, doch sie gilt nicht als Hauptgrund. Der Technologieriese verfolgt primär Effizienz und schnellere Abläufe. Zudem sollen Kosten sinken, ohne das Kerngeschäft zu schwächen. Für den Kapitalmarkt zählt dabei, ob Amazon Wachstum und Profitabilität enger verzahnt.
AWS, Prime Video und Verwaltung im Fokus
Besonders stark betroffen sind zentrale Geschäftseinheiten. AWS gilt als wichtigste Ertragssäule, weshalb Einschnitte dort hohe Aufmerksamkeit auslösen. Auch Prime Video steht im Fokus, weil der Streamingbereich hohe Budgets bindet. Im Onlinehandel sollen Prozesse schlanker werden, um Margen zu stabilisieren. Hinzu kommt die Personalabteilung, die selbst Teil der Umstrukturierung ist.
Amazon beschäftigt weltweit rund 1,58 Millionen Menschen, vor allem in der Logistik. Dennoch trifft ein Abbau von rund 30.000 Bürostellen den Corporate-Kern spürbar. Das entspricht nach den Berichten etwa zehn Prozent der Bürojobs. Gleichzeitig bleiben operative Bereiche deutlich weniger betroffen.
Folgen für Beschäftigte und Arbeitsmarkt
Für den Arbeitsmarkt hat der Schritt Signalwirkung. Wenn ein globaler E-Commerce-Riese in dieser Größenordnung Stellen streicht, reagieren Wettbewerber und Zulieferer sensibel. Zudem kommen viele qualifizierte Fachkräfte gleichzeitig auf den Markt. Das kann kurzfristig den Wettbewerb um Positionen verschärfen. Langfristig könnten neue Gründungen und Wechsel zu Konkurrenten folgen.
Amazon hat die neuen Angaben bislang nicht offiziell bestätigt. Dennoch zeigt die bisherige Linie eine klare Richtung. Der Konzern will schneller entscheiden und klare Verantwortlichkeiten schaffen. Der Stellenabbau ist deshalb Teil eines größeren Umbaus, nicht nur eine Sparmaßnahme. Entscheidend bleibt, wie Amazon die Einschnitte in Schlüsselbereichen operativ abfedert.
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