Der ADAC beschreibt die aktuelle Situation entlang der Autobahnen als Belastung für viele Fahrer, die mit ihrem Elektroauto unterwegs sind. Das Hauptproblem liegt in überfüllten Standorten, unklaren Preisen und schwacher Ladeleistung. Dadurch entstehen Verzögerungen, obwohl moderne Fahrzeuge mehr Effizienz verlangen. Gerade auf Langstrecken fehlt Verlässlichkeit, und die Ladeinfrastruktur zeigt an vielen Punkten deutliche Schwächen. Auch das Stromversorgungssysteme-Netz abseits der Autobahnen bietet zwar bessere Bedingungen, doch dort fahren viele Pendler nicht entlang (t-online: 15.11.25).
ADAC-Bilanz offenbart strukturelle Schwächen
Der Autoclub hat deutschlandweit 25 Raststätten geprüft und über weite Strecken enttäuschende Ergebnisse festgestellt. Die Mehrheit fällt in die schlechtesten Kategorien, obwohl Nutzer deutlich höhere Standards erwarten. Während Autohöfe oft angenehme Bedingungen schaffen, behindern enge Zufahrten und blockierte Stellflächen direkt an der Autobahn den reibungslosen Ablauf. Zudem herrscht Unsicherheit bei Bezahlmodellen, weshalb viele Fahrer alternative Wege suchen.

Die Analyse des ADAC zeigt auch, dass besonders schwache Schnelllader die Reisezeit unnötig beeinträchtigen. Viele dieser Anlagen liefern lediglich 50 kW, obwohl Hochleistungslader notwendig sind, um moderne Fahrzeuge effizient mit Energie zu versorgen. Dadurch steigen Frust und Zeitverlust. Im Gegensatz dazu zeigen einige Gewerbestandorte, wie kundenfreundliches Laden aussehen kann.
Marktverzerrung begrenzt echte Konkurrenz
Ein Großteil der Ladepunkte liegt in der Hand weniger Betreiber, und genau diese Konzentration hemmt den Fortschritt. Langfristige Verträge reduzieren Wettbewerb, obwohl Vielfalt entscheidend wäre, damit bessere Angebote entstehen. Nach Einschätzung verschiedener Behörden prägen strukturelle Hindernisse das Marktgeschehen, auch weil Tank & Rast einen Großteil der Raststätten kontrolliert. Dieses Monopol bremst moderne Konzepte aus.
Zudem bleibt die Versorgung mit Komforteinrichtungen an vielen Standorten unzureichend. Trotzdem existieren positive Beispiele, denn einige Autohöfe kombinieren Stromversorgungssysteme, saubere Sanitärbereiche und kleine Imbissangebote. Dort fühlen sich Reisende laut ADAC deutlich wohler.
Ausgebremster Ausbau trotz steigender Nachfrage
Fastned kämpft seit 2022 vor Gericht um Zugang zu neuen Standorten, doch der Prozess zieht sich hin. Dadurch entstehen Verzögerungen, obwohl die Nachfrage nach leistungsfähiger Infrastruktur steigt. Dieser Stillstand behindert vor allem Regionen mit hohem Verkehrsaufkommen. Gleichzeitig rücken Raststätten stärker in die Kritik, denn dort treffen Fahrer regelmäßig auf belegte oder schlecht erreichbare Plätze.
Bis Ende 2026 sollen neue Ladepunkte entstehen, doch an vielen Orten fehlt weiterhin ein grundlegender Komfortstandard. Ohne Toiletten, Schutz vor Regen oder gastronomische Angebote bleibt die Ladepause mühsam. Einige Gewerbehubs zeigen jedoch, dass angenehme Aufenthaltsqualität möglich ist, wenn moderne Lösungen umgesetzt werden.
Internationale Vergleiche zeigen deutlichen Abstand
Ein Blick auf europäische Nachbarländer verdeutlicht das Problem. In Großbritannien, Skandinavien und Frankreich stehen hell gestaltete Ladeparks bereit, die Nutzern Schutz, klare Preisangaben und funktionierende Technik bieten. Deutschland verfügt zwar über Know-how, jedoch bremsen bürokratische Prozesse, geringe Transparenz und fehlender Wettbewerb den Fortschritt. Solange das Zusammenspiel aus Raststätten, Schnelllader-Konzepten und kundenorientierten Angeboten nicht verbessert ist, bleibt das Laden an Autobahnen ein anstrengender Teil jeder Reise. Auch das E-Fahrzeug an sich verliert dadurch an Attraktivität, obwohl seine Vorteile unbestritten sind.
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