Die italienische Versicherungsgesellschaft Generali will bis Ende 2030 drei Standorte in Deutschland schließen und bundesweit 800 Arbeitsplätze abbauen. Betroffen sind die Niederlassungen in Aachen, Nürnberg und Stuttgart. Die Beschäftigten sollen künftig an den Standorten Köln, München und Karlsruhe arbeiten. Hintergrund ist eine umfassende Neuorganisation des Deutschlandgeschäfts. Dabei setzt der Versicherer auf Digitalisierung, künstliche Intelligenz und die Zusammenlegung betrieblicher Strukturen. Außerdem sollen geringere Gebäudekosten und die Auslagerung bestimmter Tätigkeiten die Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Von den Veränderungen sind Teile der rund 9.100 Beschäftigten in Deutschland betroffen.

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Generali konzentriert das Deutschlandgeschäft auf fünf Regionalzentren
Mit der neuen Standortstrategie reduziert Generali die Zahl seiner regionalen Verwaltungsstandorte. Künftig sollen München, Köln, Karlsruhe, Hamburg und Saarbrücken die fünf zentralen Standorte bilden. Die Spezialstandorte Frankfurt, Leipzig und Berlin bleiben dagegen bestehen. Der Konzern will damit Aufgaben bündeln und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Abteilungen verbessern.
Die Schließungen betreffen drei bisher eigenständige Niederlassungen. Die Mitarbeiter aus Aachen sollen nach Köln wechseln, während die Nürnberger Belegschaft künftig in München angesiedelt wird. Die Beschäftigten aus Stuttgart sollen ihre Aufgaben in Karlsruhe fortsetzen. Allerdings hat Generali noch keine konkreten Beschäftigtenzahlen für die einzelnen Niederlassungen veröffentlicht. Damit bleibt offen, wie viele Mitarbeiter jeweils einen neuen Arbeitsort erhalten.
Digitalisierung und künstliche Intelligenz sollen Kosten reduzieren
Parallel zu den Standortschließungen plant die Versicherungsgesellschaft umfangreiche Investitionen in moderne Technologien. Ein dreistelliger Millionenbetrag soll in die Erneuerung der IT-Systeme, die Digitalisierung und künstliche Intelligenz fließen. Generali erwartet dadurch erhebliche Produktivitätssteigerungen. Gleichzeitig sollen bestimmte Verwaltungsaufgaben künftig weniger Personal erfordern.
Zusätzlich plant der Konzern eine stärkere Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern. Ausgewählte Tätigkeiten sollen spezialisierte Unternehmen übernehmen, während sich die eigenen Mitarbeiter stärker auf versicherungsnahe Aufgaben konzentrieren. Außerdem will Generali interne Zuständigkeiten vereinfachen und Serviceleistungen in überregionalen Fachcentern bündeln. Welche Abteilungen besonders stark vom Personalabbau betroffen sind, steht bislang nicht fest.
Generali will 800 Arbeitsplätze sozialverträglich abbauen
Der geplante Stellenabbau entspricht rechnerisch rund 8,8 Prozent der derzeitigen Belegschaft. Allerdings sollen nicht unmittelbar 800 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz durch Kündigung verlieren. Das Unternehmen setzt vielmehr auf natürliche Fluktuation, bevorstehende Renteneintritte und freiwillige Altersregelungen. Gleichzeitig sollen neue Mitarbeiter mit Qualifikationen für digitale Geschäftsprozesse eingestellt werden.
Personalvorstand Arne Benzin kündigte eine Arbeitsplatz- und Standortgarantie bis Ende 2030 an. Damit will das Unternehmen die Veränderungen langfristig planbar gestalten. Allerdings sind die Einzelheiten der Umsetzung noch Gegenstand von Verhandlungen mit dem Konzernbetriebsrat. Für die Beschäftigten der drei aufzugebenden Standorte bedeutet die Garantie zudem nicht, dass ihr bisheriger Arbeitsort erhalten bleibt.
Standortschließung in Aachen trotz hoher Immobilieninvestitionen
Besondere Aufmerksamkeit erhält die Entscheidung in Aachen. Dort investierte der Versicherer laut WDR erst vor vergleichsweise kurzer Zeit gut 100 Millionen Euro in einen Gebäudekomplex. Dennoch soll die Niederlassung bis Ende 2030 aufgegeben werden. Die Beschäftigten erfuhren am 23. Oktober zunächst per E-Mail von den Plänen. Eine außerordentliche Mitarbeiterversammlung ist für den folgenden Montag vorgesehen.
Mit dem Rückzug endet zugleich eine lange Unternehmensgeschichte am Standort Aachen. Dort entstand vor rund 200 Jahren die Aachener Feuer-Versicherungs-Gesellschaft, aus der später die AachenMünchener hervorging. Generali übernahm das Unternehmen 1998. Die nun geplante Zusammenlegung mit Köln beendet damit eine traditionsreiche Präsenz der Versicherungswirtschaft in der Stadt.
Versicherungskonzern begründet Umbau mit veränderten Marktbedingungen
Generali gehört zu den großen Versicherungsgesellschaften auf dem deutschen Markt und bietet unter anderem Lebens-, Kranken-, Haftpflicht- und Sachversicherungen an. Das Deutschlandgeschäft erwirtschaftete 2025 Beitragseinnahmen von rund 15,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis erreichte rund 1,04 Milliarden Euro. Die Schließungen erfolgen damit nicht vor dem Hintergrund öffentlich ausgewiesener operativer Verluste.
Vielmehr will die Unternehmensleitung die bestehenden Strukturen an veränderte Arbeitsabläufe anpassen. Digitale Kundenbetreuung und automatisierte Prozesse verringern nach Einschätzung des Konzerns den Bedarf an bisherigen Verwaltungsaufgaben. Gleichzeitig reduziert die Konzentration auf weniger Standorte die Ausgaben für Büroflächen und Gebäudebetrieb. Die geplanten Maßnahmen sollen bis Ende 2030 umgesetzt werden. Ob der Personalabbau vollständig ohne betriebsbedingte Kündigungen gelingt, hängt auch vom Ergebnis der laufenden Verhandlungen ab.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: t-online (24-10.26) – Nordbayern (24.10.26) – BR24 (23.10.26) – Generali (23.10.26)
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