Stellenabbau bei Schaeffler: 1.300 weitere Jobs fallen weg, Schulden steigen

Herzogenaurach – Der Stellenabbau bei Schaeffler erfasst rund 1.300 weitere Arbeitsplätze in Deutschland. Der Konzern reagiert damit auf schwache Automärkte, hohe Umbaukosten und Verluste im E-Auto-Geschäft. Die Sparte E-Mobility verbuchte im ersten Halbjahr ein bereinigtes Minus von 402 Millionen Euro. Zugleich stiegen die Nettofinanzschulden bis Ende Juni auf 5,545 Milliarden Euro. Das Altersteilzeitprogramm kostet zunächst 51 Millionen Euro, soll jedoch ab 2027 Einsparungen bringen.


Stellenabbau bei Schaeffler ergänzt laufendes Sparprogramm

Das Angebot richtet sich an Beschäftigte der betroffenen Jahrgänge bis einschließlich 1971. Schaeffler kalkuliert jedoch nur bei rund 20 Prozent der Berechtigten mit einem Vertragsabschluss. Dadurch sollen etwa 1.300 Arbeitnehmer aus Produktion, Verwaltung und anderen Bereichen vorzeitig ausscheiden. Die Vereinbarung gilt außerdem nur mit Zustimmung des Beschäftigten und der jeweiligen Führungskraft.

Der Stellenabbau bei Schaeffler trifft 1.300 weitere Jobs aufgrund steigender Schulden und hohem Verluste beim E-Auto-Geschäft
Der Stellenabbau bei Schaeffler trifft 1.300 weitere Jobs aufgrund steigender Schulden und hohem Verluste beim E-Auto-Geschäft
Bild: Shutterstock

Die Modelle laufen je nach Standort zwischen zwei und acht Jahren. Dabei folgt auf eine aktive Beschäftigungsphase eine gleich lange Freistellungsphase. Damit wächst der Stellenabbau bei Schaeffler über das bereits beschlossene Restrukturierungsprogramm hinaus. Im November 2024 hatte der Konzern den Abbau von 4.700 Stellen in Europa angekündigt, davon 2.800 in Deutschland.

Mehr Gewinn verdeckt hohen Mittelabfluss

Im ersten Halbjahr 2026 sank der Konzernumsatz nominal um 1,5 Prozent auf 11,667 Milliarden Euro. Währungsbereinigt erreichte Schaeffler jedoch ein leichtes Wachstum von 0,4 Prozent. Das bereinigte Betriebsergebnis stieg außerdem von 482 auf 549 Millionen Euro. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 4,1 auf 4,7 Prozent.

Trotz des höheren Betriebsergebnisses floss erheblich mehr Geld aus dem Konzern. Der freie Mittelabfluss wuchs deshalb von 128 auf 300 Millionen Euro. Allein Restrukturierung und Vitesco-Integration verursachten Auszahlungen von 236 Millionen Euro. Zugleich erhöhte sich der Verschuldungsgrad vor Sondereffekten von 2,1 auf 2,4.


E-Auto-Geschäft bleibt tief in den roten Zahlen

Die Sparte E-Mobility steigerte ihren Umsatz währungsbereinigt um 7,7 Prozent auf 2,578 Milliarden Euro. Dennoch schrieb der Bereich ein bereinigtes operatives Minus von 402 Millionen Euro. Der Stellenabbau bei Schaeffler fällt damit in eine Phase, in der das wichtigste Zukunftsgeschäft weiterhin hohe Verluste verursacht. Allerdings verbesserte sich die Marge von minus 19,3 auf minus 15,6 Prozent.

Schaeffler hatte bereits Ende Juli seine Konzernziele für 2028 gesenkt. Statt 27 bis 29 Milliarden Euro erwartet das Unternehmen nun nur noch 24 bis 26 Milliarden Euro Umsatz. Ausschlaggebend waren außerdem gestrichene oder verkleinerte E-Auto-Programme in den USA. Neue Geschäfte mit Robotik und Verteidigung liefern laut Konzernchef Klaus Rosenfeld mittelfristig noch keinen wesentlichen Ergebnisbeitrag.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Manager Magazin (05.08.26)Schaeffler (05.08.26)

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