BMW hat am 16. Juni 2026 in München seine Jahresprognose deutlich gesenkt. Der schwache Automarkt in China und der Nahostkonflikt belasten das Geschäft. Deshalb erwartet der Konzern weniger Auslieferungen und einen starken Gewinnrückgang. Die operative Marge im Autogeschäft soll nur noch ein bis drei Prozent erreichen. Bisher lag die Prognose bei vier bis sechs Prozent. Außerdem verschärft der Hersteller aus Bayern seine Sparmaßnahmen. Konkrete Angaben zu möglichen Stellenstreichungen oder betroffenen Werken fehlen bisher.
BMW verliert seinen bisherigen Vorsprung
Lange schien der Münchner Hersteller die Branchenkrise besser zu bewältigen. Volkswagen, Audi, Porsche und Mercedes-Benz hatten bereits umfangreiche Sparprogramme angekündigt. Der Konzern aus Bayern wirkte dagegen lange finanziell stabiler. Allerdings beruhte dieser Vorsprung auf einer besseren Entwicklung außerhalb Chinas. Diese Stütze reicht inzwischen nicht mehr aus.

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BMW verkaufte 2025 weltweit rund 2,46 Millionen Autos. Dennoch entwickelte sich das China-Geschäft bereits damals deutlich schwächer. Im zweiten Quartal 2026 beschleunigte sich der Rückgang nochmals. Besonders Fahrzeuge ohne elektrischen Antrieb verloren an Nachfrage. Außerdem verschärften chinesische Hersteller den Wettbewerb in der gesamten Asien-Pazifik-Region.
China belastet Absatz und Gewinn
Europa und die USA liefern weiterhin positive Absatzimpulse. Diese Zuwächse gleichen die Verluste in Asien jedoch nicht mehr aus. Deshalb erwartet der Konzern für 2026 leicht sinkende Fahrzeugauslieferungen. Zuvor hatte das Management mit einem Absatz auf Vorjahresniveau gerechnet. Auch der Vorsteuergewinn soll nun deutlich zurückgehen.
Der Nahostkonflikt verschärft die wirtschaftlichen Probleme zusätzlich. Höhere Energiepreise verteuern deshalb Produktion und Logistik. Zugleich dämpft die politische Unsicherheit die Kaufbereitschaft in mehreren Märkten. Der Konzern erwartet dadurch einen erheblichen Rückgang von Gewinn und freiem Mittelzufluss im zweiten Quartal. Die Belastungen reichen damit weit über China hinaus.
Sparprogramm kann auch deutsche Standorte treffen
Der Hersteller will laufende Kostensenkungen nun beschleunigen. Außerdem plant das Management weitere Struktur- und Effizienzmaßnahmen. Diese Schritte belasten zunächst das Ergebnis im zweiten Halbjahr 2026. In den folgenden Jahren sollen sie jedoch dauerhaft Kosten senken. Welche Bereiche davon betroffen sind, teilte das Unternehmen nicht mit.
BMW beschäftigte Ende 2025 weltweit 154.540 Menschen. Deshalb besitzen mögliche Strukturänderungen auch für deutsche Standorte erhebliche Bedeutung. Eine konkrete Zahl gefährdeter Arbeitsplätze liegt jedoch nicht vor. Auch Werksschließungen hat der Konzern nicht angekündigt. Dennoch dürften Verwaltung, Entwicklung und Produktion jede neue Sparvorgabe genau prüfen.
Neue Klasse soll den Rückgang stoppen
Die größte Hoffnung ruht auf der sogenannten Neuen Klasse. Der elektrische iX3 erzielt laut Konzern eine hohe Nachfrage. Deshalb arbeitet das neue Werk im ungarischen Debrecen bereits früher als geplant im Zweischichtbetrieb. Bis 2027 sollen mehr als 40 neue oder überarbeitete Modelle folgen. Die Modelloffensive muss jedoch zugleich Absatz und Ertrag verbessern.
Der Konzern bleibt finanziell stärker als mehrere deutsche Wettbewerber. Dennoch beendet die Prognosesenkung das Bild eines weitgehend krisenfesten Herstellers. China verliert an Bedeutung als verlässlicher Gewinnbringer. Gleichzeitig steigen Kosten und geopolitische Unsicherheiten. Damit erreicht die Krise der deutschen Autoindustrie nun auch ihren bisherigen Musterknaben aus Bayern.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: BMW Group (16.06.26) – Reuters (18.06.26) – Financial Times (18.06.26) – Süddeutsche Zeitung (17.06.26) – Handelsblatt (17.06.26)
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