Berlin. Der Investitionsbooster der Bundesregierung hat die privaten Investitionen bislang nicht entscheidend belebt. Im ersten Quartal lagen sie laut DIHK rund zwölf Prozent unter dem Vor-Corona-Niveau. Zwar stiegen die privaten Ausrüstungsinvestitionen gegenüber dem Vorquartal um 3,3 Prozent. Laut Bundeswirtschaftsministerium profitierten sie jedoch vor allem vom erstarkten Exportgeschäft. Gleichzeitig verhindern ungelöste Standortprobleme wie hohe Kosten, Bürokratie und fehlende Planungssicherheit weiterhin eine breite Investitionswelle in Deutschland.
Investitionsbooster trifft auf ungelöste Standortprobleme
Seit Juli 2025 können Unternehmen bewegliche Wirtschaftsgüter schneller steuerlich abschreiben. Dabei sind degressive Abschreibungen von bis zu 30 Prozent möglich. Außerdem gilt die Regel für Anschaffungen bis Ende 2027. Bei neuen betrieblichen Elektroautos können Firmen im Anschaffungsjahr sogar 75 Prozent abschreiben.

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Der Investitionsbooster verbessert damit die Rechnung für Unternehmen mit bereits geplanten Anschaffungen. Er schafft jedoch keine zusätzlichen Aufträge und senkt keine laufenden Standortkosten. Die DIHK fordert deshalb niedrigere Kosten, weniger Bürokratie und schnellere Verfahren. Außerdem müsse Deutschland seine Infrastruktur modernisieren und Unternehmen wieder mehr Planungssicherheit geben.
Industrie bleibt trotz erster Lichtblicke investitionsschwach
Das ifo Institut bestätigt die grundlegende Schwäche der deutschen Industrie. Ende Juli bezeichneten die Forscher die geringe Investitionstätigkeit als strukturelles Problem. Besonders große Branchen wie Maschinenbau und Autoindustrie entwickeln bislang zu wenig Dynamik. Dagegen melden Pharmaindustrie, Metallherstellung und Teile des Fahrzeugbaus einzelne größere Projekte.
Auch der Investitionsbooster hat diese Unterschiede bislang nicht überwunden. Nach Einschätzung des ifo Instituts bleibt die Investitionsbereitschaft 2026 insgesamt schwach. Gleichzeitig konzentrieren sich neue Projekte stark auf einzelne Branchen und Großunternehmen. Deshalb reicht deren Investitionstätigkeit bisher nicht für eine breite Trendwende der Industrie.
Konjunkturerholung bleibt schwach
Auch die Gesamtwirtschaft liefert bislang keinen kräftigen Nachfrageimpuls. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im zweiten Quartal 2026 lediglich um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Dennoch hellte sich die Stimmung der Unternehmen im Juli etwas auf. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 86,6 Punkte, während die Unternehmen ihre aktuelle Lage etwas schlechter bewerteten.
Die Bundesregierung setzt deshalb zusätzlich auf niedrigere Unternehmenssteuern ab 2028. Der Körperschaftsteuersatz soll schrittweise von 15 auf zehn Prozent sinken. Bis 2032 soll die gesamte Unternehmenssteuerbelastung dadurch auf knapp 25 Prozent fallen. Kurzfristig bleibt jedoch entscheidend, ob Unternehmen wieder genügend Gründe für neue Kapazitäten in Deutschland sehen. Nach einem Jahr zeigen die Daten noch keinen breiten Investitionsschub.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: DIHK (14.08.26) – Handelsblatt (13.08.26) – Statistisches Bundesamt (30.07.26) – Ifo Institut (24.07.26)
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