Immer mehr Ingenieure arbeitslos – 58.392 Fachkräfte aus Technik und IT ohne Stelle

Der am 3. August 2026 veröffentlichte VDI/IW-Ingenieurmonitor meldet für Deutschland einen neuen Höchststand. Im vierten Quartal 2025 waren monatlich durchschnittlich 58.392 Personen aus Ingenieur- und Informatikberufen ohne Stelle. Damit waren so viele Ingenieure arbeitslos wie seit Beginn der Erhebung 2011 nicht. Die Zahl stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 16,7 Prozent. Gleichzeitig sank das Angebot offener Stellen um 18,2 Prozent auf 96.760. Die anhaltende Konjunkturschwäche und die Krise des Fahrzeugbaus verschlechtern deshalb die Chancen für Berufseinsteiger und erfahrene Fachkräfte.


Warum immer mehr Ingenieure arbeitslos werden

Die Lage unterscheidet sich jedoch deutlich nach Fachrichtung. Bei Informatikern brach die Zahl offener Stellen binnen Jahresfrist um 33,0 Prozent ein. Im Bauingenieurwesen betrug der Rückgang dagegen nur 3,8 Prozent. Besonders stark sank die Nachfrage außerdem in Bayern und Baden-Württemberg. Dort prägt der kriselnde Fahrzeugbau viele technische Arbeitsplätze.

Industrie- und IT-Krise trifft Ingenieure und Informatiker hart: Stellen brechen weg, der Berufseinstieg wird zum Risiko
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Bild: Shutterstock

In Maschinen- und Fahrzeugtechnik nahm die Arbeitslosigkeit um 34,0 Prozent zu. Technische Forschung und Produktionssteuerung verzeichneten außerdem ein Plus von 32,9 Prozent. Im Bauingenieurwesen lag der Anstieg dagegen bei 5,8 Prozent. Dass immer mehr Ingenieure arbeitslos werden, trifft somit vor allem industrienahe Entwicklungs- und Produktionsbereiche.

Fachkräftemangel verschwindet dennoch nicht

Der Einbruch bedeutet jedoch keinen flächendeckenden Überschuss an technischem Personal. Rechnerisch kamen im vierten Quartal noch 166 offene Stellen auf 100 Arbeitslose. Ein Wert über 100 signalisiert weiterhin einen rechnerischen Engpass. Allerdings fiel die Kennziffer deutlich, weil mehr Bewerber auf weniger Stellen trafen.

Die Bundesagentur für Arbeit verwendet jedoch eine enger gefasste Statistik. Sie zählte 2025 durchschnittlich 48.000 arbeitslose Ingenieure. Das waren 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Die berufsspezifische Arbeitslosenquote stieg zugleich auf 4,2 Prozent. Damit lag sie über der Akademikerquote von 3,3 Prozent. Währenddessen blieben 1,16 Millionen Ingenieurfachkräfte sozialversicherungspflichtig beschäftigt.


Industriekrise erschwert den Einstieg in Technikberufe

Auch der IT-Arbeitsmarkt folgt jedoch dem negativen Trend. Die Bundesagentur registrierte 2025 rund 54.000 arbeitslose IKT-Fachkräfte. Das waren 27 Prozent mehr als 2024 und der höchste Stand seit zehn Jahren. Gleichzeitig sank der durchschnittliche Bestand gemeldeter Stellen auf rund 13.000. Wenn Ingenieure arbeitslos werden und IT-Stellen verschwinden, verlieren besonders Absolventen wichtige Einstiegsmöglichkeiten.

Langfristig wächst die Beschäftigung dennoch in Teilen des technischen Arbeitsmarktes. Im Jahr 2025 arbeiteten 1,15 Millionen IKT-Fachkräfte sozialversicherungspflichtig. Das waren zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Auch der VDI warnt deshalb vor einem Abbau der Ausbildungskapazitäten. Infrastruktur, Energieversorgung, Digitalisierung und neue Technologien benötigen weiterhin technisches Personal. Der aktuelle Rekord zeigt jedoch, dass ein Hochschulabschluss keinen sicheren Übergang in den Arbeitsmarkt mehr garantiert. Entscheidend sind künftig Fachrichtung, Berufserfahrung, Region und die Investitionsbereitschaft der Industrie.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Die Zeit (03.08.26)Institut der deutschen Wirtschaft (03.08.26)

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