Der Ölpreis dürfte nach Einschätzung des Chefs der Internationalen Energieagentur (IEA) auf absehbare Zeit hoch bleiben. „Ich persönlich sehe keine glaubwürdige Aussicht darauf, dass 2027 ein Jahr der ‚Normalisierung‘ des Ölmarktes sein wird“, sagte Fatih Birol am Dienstag in London bei einer Veranstaltung der „Financial Times“. Es sei daher nicht ausgeschlossen, dass die IEA für eine weitere Freigabe strategischer Reserven sorgen werde.

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Die 32 Mitgliedstaaten der IEA hatten sich im März darauf verständigt, 400 Millionen Barrel an Ölreserven in Form von Rohöl und raffinierten Produkten wie Diesel und Kerosin freizugeben. Dies sei „eine beträchtliche Menge“, sagte Birol. Sie mache dennoch nur 20 Prozent der Vorräte aus. „Die restlichen 80 Prozent befinden sich noch in Reserve.“
Bis Mitte Oktober waren laut IEA etwa 330 Millionen Barrel auf den Markt gebracht worden. Die angespannte Lage auf dem Dieselmarkt veranlasste die IEA-Mitgliedstaaten zudem dazu, die Freigabe der verbleibenden Barrel zu beschleunigen und sich dabei auf Diesel zu konzentrieren.
Die militärische Eskalation in Nahost und am Persischen Golf und insbesondere die Sperrung der Straße von Hormus haben die Ölmengen, die täglich auf den Weltmarkt gelangen, deutlich reduziert. Zudem wurden Energieanlagen wie Förderstätten und Raffinerien in den Golfstaaten beschädigt oder zerstört, was den Ölmarkt nachhaltig beeinträchtigt. Auch von der Ukraine zerstörte Raffinerien in Russland treiben die Ölpreise in die Höhe.
Verfasser: AFP – pe/lan
Verwendete Quellen: AFP Presseportal
