Die Verspätungen von Zügen der Deutschen Bahn, die auf den Zustand der Infrastruktur zurückzuführen sind, haben in diesem Jahr noch einmal stark zugenommen. „Die Zahl der Verspätungsfälle, die mit gestörten Infrastrukturanlagen zusammenhängen, ist 2026 um 40 Prozent gestiegen“, sagte der Chef der Infrastruktursparte DB Infrago, Philipp Nagl, der „Zeit“ (Donnerstag). Der sehr kalte Winter und der sehr heiße Sommer hätten die Anlagen besonders strapaziert.

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„Extreme Temperaturen beschädigen die Infrastruktur und verhindern schnelle Reparaturen“, sagte Nagl weiter. „Wenn man ganz Deutschland betrachtet, gehen die Weichen, Oberleitungen und Stellwerke im Moment immer noch schneller kaputt, als wir sie repariert bekommen.“
Die Pünktlichkeit im Fernverkehr der Deutschen Bahn war im Januar auf nur noch gut 52 Prozent abgesackt. Ein starker Wintereinbruch mit Schneeverwehungen und eingefrorenen Weichen hatte den Zugverkehr in weiten Teilen Norddeutschlands tagelang lahmgelegt. Im Frühjahr erholten sich die Pünktlichkeitswerte wieder etwas, bevor sie im Juni erneut einbrachen. Seitdem liegt die Pünktlichkeitsquote durchgängig bei unter 55 Prozent. Als pünktlich gilt ein ICE oder IC, wenn er weniger als sechs Minuten Verspätung hat.
Die im vergangenen Jahr angetretene neue Bahn-Chefin Evelyn Palla hatte mit Blick auf die Pünktlichkeit die Erwartungen deutlich gesenkt: Rasche Verbesserungen werde es wegen der maroden Infrastruktur nicht geben. Als Ziel wies sie zunächst aus, den Abwärtstrend bei den Pünktlichkeitswerten zu stoppen. Derzeit sieht es nicht danach aus, dass dies gelingt.
Verfasser: AFP – pe/oer
Verwendete Quellen: AFP Presseportal
