Trump will nahezu fertigen Offshore-Windpark in den USA erneut stoppen

US-Präsident Donald Trump geht erneut gegen den nahezu fertiggestellten Offshore-Windpark Revolution Wind vor der Küste von Rhode Island vor. Das US-Justizministerium beantragte am 9. Oktober 2026 eine erneute Überprüfung der Baugenehmigung. Die Regierung begründet ihren Vorstoß mit möglichen Schäden für Fischerei, Forschung und historische Stätten. Obwohl bereits alle 65 Windturbinen installiert sind, könnte das Verfahren die vollständige Inbetriebnahme des 704-Megawatt-Projekts gefährden. Betroffen sind die Betreiber Ørsted und Skyborn Renewables sowie die Stromversorgung in Rhode Island und Connecticut. Der erneute Eingriff gefährdet außerdem eine parteiübergreifende Vereinbarung zur Beschleunigung amerikanischer Energieprojekte.

Trump geht erneut gegen einen Offshore-Windpark vor. Alle 65 Turbinen stehen bereits, doch die US-Regierung greift die Genehmigung an
Trump geht erneut gegen einen Offshore-Windpark vor. Alle 65 Turbinen stehen bereits, doch die US-Regierung greift die Genehmigung an
Bild: Shutterstock

US-Regierung greift Genehmigung für Offshore-Windpark erneut an

Das Justizministerium fordert ein Bundesgericht in Washington auf, die Genehmigung zur erneuten Prüfung an das Innenministerium zurückzugeben. Die Behörde hatte das Projekt im August 2023 unter Präsident Joe Biden genehmigt. Nach Auffassung der jetzigen Regierung berücksichtigten die damaligen Entscheidungen jedoch erhebliche negative Auswirkungen nicht ausreichend. Dazu zählen mögliche Beeinträchtigungen der Fischerei, wissenschaftlicher Untersuchungen sowie geschützter historischer Bauwerke und Landschaften.

Der Antrag erfolgte innerhalb eines bereits laufenden Gerichtsverfahrens. Mehrere Umweltgruppen unter Führung von Green Oceans hatten die Genehmigung bereits 2024 angefochten. Die Regierung unterstützt nun Teile ihrer Klage und verlangt eine erneute rechtliche Bewertung. Allerdings hat das Gericht bislang keinen neuen Baustopp angeordnet. Die mögliche Rücknahme der Genehmigung könnte dennoch erhebliche wirtschaftliche Folgen auslösen.


Alle 65 Windräder stehen – trotzdem droht ein weiterer Baustopp

Der Offshore-Windpark gehört zu den am weitesten fortgeschrittenen amerikanischen Windkraftprojekten auf See. Seine 65 Turbinen waren bereits im September vollständig installiert. Seit März 2026 speist die Anlage außerdem erstmals Strom in das regionale Netz ein. Die vollständige kommerzielle Inbetriebnahme steht jedoch noch aus. Von den geplanten 704 Megawatt entfallen 400 Megawatt auf Rhode Island und 304 Megawatt auf Connecticut.

Bereits zweimal versuchte die Trump-Regierung, die Bauarbeiten zu unterbrechen. Im August 2025 stoppte sie das damals zu rund 80 Prozent fertiggestellte Projekt. Ein Bundesgericht hob die Anordnung jedoch im September auf. Im Dezember folgte ein weiterer Baustopp wegen angeblicher Gefahren für die nationale Sicherheit. Auch diesen Eingriff blockierte ein Gericht im Januar 2026. Die Betreiber konnten deshalb weiterbauen und die letzten Turbinen installieren.

Trumps Kurs gefährdet Einigung über schnellere Energieprojekte

Besonders brisant ist der Zeitpunkt des erneuten Vorgehens. Ende September hatten Republikaner und Demokraten Fortschritte bei einer umfassenden Reform amerikanischer Genehmigungsverfahren erzielt. Die Vereinbarung soll den Bau von Kraftwerken, Stromleitungen und weiteren Energieanlagen beschleunigen. Im Gegenzug stellte die Trump-Regierung jedoch auch eine weniger restriktive Behandlung bereits genehmigter Windkraftprojekte in Aussicht. Der neue Gerichtsantrag belastet diese politische Verständigung erheblich.

Die demokratischen Senatoren Sheldon Whitehouse und Martin Heinrich verlangen deshalb verlässliche Genehmigungen für erneuerbare Energien. Trumps Energieberater Jarrod Agen betont dagegen, dass die Regierung die überparteiliche Reform weiterhin unterstütze. Der aktuelle Rechtsstreit gehe auf eine frühere Klage lokaler Gruppen zurück. Allerdings könnte die erneute Intervention demokratische Stimmen kosten, die für eine Verabschiedung der Reform erforderlich sind.


Erneuter Eingriff verschärft Unsicherheit für Milliardeninvestitionen

Die Folgen reichen inzwischen über das einzelne Projekt hinaus. Projektentwickler müssen bei amerikanischen Offshore-Windparks mit politischen Eingriffen rechnen, selbst wenn sämtliche wesentlichen Genehmigungen vorliegen. Dadurch steigen Finanzierungsrisiken, während Investoren höhere Sicherheitsaufschläge verlangen könnten. Hinzu kommen mögliche Kosten durch Verzögerungen, zusätzliche Gerichtsverfahren und ungenutzte Baukapazitäten.

Der Konflikt trifft außerdem einen Strommarkt mit wachsendem Bedarf. Vor allem Rechenzentren und Anwendungen künstlicher Intelligenz erhöhen den erwarteten Elektrizitätsverbrauch. Gleichzeitig wollen beide amerikanischen Parteien den Bau neuer Energieinfrastruktur beschleunigen. Die Trump-Regierung versucht jedoch weiterhin, den Ausbau der Offshore-Windenergie zu begrenzen. Damit drohen ausgerechnet bereits genehmigte und weitgehend fertiggestellte Kraftwerksprojekte erneut in langwierige Verfahren zu geraten.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Energy Connects (14.10.26) – Offshore Wind (14.10.26) – Financial Times (13.10.26)

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