Kreise: Frankreich erwägt Beteiligung an Sicherung saudiarabischer Energieinfrastruktur

Frankreich erwägt laut Diplomatenkreisen eine Beteiligung an der Sicherung der von den pro-iranischen Huthis angegriffenen Energieinfrastruktur in Saudi-Arabien. Frankreich stehe „bereit, im Rahmen eines rein defensiven Ansatzes zur Sicherung der saudiarabischen Energieinfrastruktur in Janbu und entlang der Ost-West-Pipeline beizutragen“, hieß es am Montag (Ortszeit) aus französischen Diplomatenkreisen. Dies umfasse jedoch „in keiner Weise eine Beteiligung am Konflikt mit den Huthis“.

In Janbu endet die wichtige Ost-West-Ölpipeline, über die Rohöl von den Förderstätten am Persischen Golf fließt. Mit ihrer Hilfe kann die von Teheran seit Beginn des Iran-Krieges de facto gesperrte Straße von Hormus umgangen werden.

Frankreich und Großbritannien erwägen militärische Hilfe zum Schutz der saudischen Energieinfrastruktur. Im Fokus stehen die Ost-West-Pipeline und die für Ölexporte wichtigen Transportwege am Roten Meer.
Frankreich und Großbritannien erwägen militärische Hilfe zum Schutz der saudischen Energieinfrastruktur. Im Fokus stehen die Ost-West-Pipeline und die für Ölexporte wichtigen Transportwege am Roten Meer.
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Auch Großbritanniens Premierminister Andy Burnham erklärte sich Medienberichten vom Montag zufolge bereit, Saudi-Arabien militärisch gegen die Huthi-Angriffe zu unterstützen. Es handele sich dabei um eine „defensive“ Hilfe, sagte Burnham Journalisten auf dem Weg zur UN-Generalversammlung in New York. Britische Flugzeuge würden demnach saudiarabische Kampfjets bei der Übergabe von Treibstoff in der Luft unterstützen.


Burnham begründete die Zusage zu dem Ansuchen mit der „Sicherung der Interessen Großbritanniens und der gesamten Region“. Saudi-Arabien sei diesen Angriffen ausgesetzt und müsse „mit möglichen weiteren Unterbrechungen rechnen“. Er fügte hinzu: „Wir müssen diese Versorgungswege offen halten“.

Die britische Mission wird sich einem Bericht der Nachrichtenagentur PA darauf beschränken, saudiarabische Flugzeuge bei der Verteidigung des Landes gegen Angriffe durch Drohnen und Raketen zu unterstützen. An Luftangriffen gegen die Huthis beteiligt sich Großbritannien demnach nicht. Der Einsatz des Tankflugzeugs vom Typ Voyager soll demnach mutmaßlich in wenigen Tagen beginnen.

Derweil erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Montag, dass der Vorsitzende des von Saudi-Arabien unterstützten Präsidialrates des Jemen, Raschad al-Alimi, US-Präsident Donald Trump am Sonntag in einem Telefonat um Unterstützung gegen die Huthis ersucht habe. Trump habe jedoch keine militärische Unterstützung zugesagt, hieß es aus dem Umfeld von al-Alimis Büro.

In Riad hatte es am Samstag zwei Mal heftige Explosionen gegeben. Der Huthi-Angriff war der erste auf die saudiarabische Hauptstadt seit Jahren und stellte eine massive Eskalation dar.

US-Medien hatten Mitte September berichtet, dass Saudi-Arabiens De-Facto-Herrscher, Kronprinz Mohammed bin Salman, Trump vergeblich aufgefordert habe, Angriffe gegen die Huthis anzuordnen.


Die Huthis hatten im Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien im Roten Meer angekündigt und seither Ziele in dem Königreich angegriffen. Nach einer Blitzoffensive übernahm die Miliz vergangene Woche die Kontrolle über große Teile der jemenitischen Küste an der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab.

Saudi-Arabien hatte auf das Vorrücken der Huthis im Jemen mit zahlreichen Luftangriffen auf von den Huthis kontrollierte Gebiete reagiert. Es konnte den Vormarsch der Miliz in Richtung Rotes Meer jedoch nicht aufhalten. Nach UN-Angaben sind seit der Wiederaufnahme der Kämpfe hunderte Menschen getötet und mehr als 110.000 Menschen vertrieben worden.

Die Meerenge Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und damit dem Indischen Ozean. Sie ist eine wichtige Route für den internationalen Schiffsverkehr, besonders für den Export von saudiarabischem Öl. Seit der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus am Persischen Golf durch Teheran seit Beginn des Iran-Kriegs vor rund sechseinhalb Monaten hat Bab al-Mandab zusätzlich an Bedeutung gewonnenkas

Verfasser: AFP – kas
Verwendete Quellen: AFP Presseportal

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