In Asien haben Raffinerien laut Händlerangaben Mitte Juli mindestens acht Millionen Barrel US-Öl gekauft. Abnehmer sitzen in Südkorea, Japan und Thailand. Erneute Angriffe zwischen den USA und Iran bremsen währenddessen den Verkehr durch die Straße von Hormus. Zuletzt passierten nur drei Frachtschiffe die Meerenge. Große Rohöltanker und LNG-Schiffe blieben erneut aus. Deshalb akzeptieren Käufer höhere Preise für Lieferungen außerhalb des Persischen Golfs.
US-Öl ersetzt ausfallgefährdete Lieferungen aus dem Persischen Golf
Zwei südkoreanische Raffinerien kauften dabei mindestens fünf Millionen Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate. Japans Eneos sicherte sich außerdem zwei Millionen Barrel. Die thailändische PTT nahm rund eine Million Barrel ab. Für die südkoreanischen Ladungen lagen die Aufschläge bei elf bis zwölf Dollar gegenüber der Dubai-Referenz. Obwohl amerikanisches Rohöl teurer bleibt, zählt deshalb vor allem die sichere Verfügbarkeit.

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Der neue Kaufimpuls folgt auf einen erneuten Einbruch der Hormus-Passagen. Vor wenigen Tagen durchquerten nur drei Rohöltanker die strategische Meerenge. Zudem fuhr den zweiten Tag kein sichtbarer Supertanker mit Rohöl oder Flüssigerdgas hindurch. Mehrere Schiffe stoppten vor der Einfahrt oder änderten ihren Kurs. Iranische Angriffe und die erneuerte US-Blockade gegen iranische Schiffe erhöhen deshalb die Unsicherheit für Reeder.
Asiens Energieversorgung hängt besonders stark von Hormus ab
Die Folgen treffen Asien besonders stark, denn früher liefen rund 20 Prozent der weltweiten Öllieferungen durch Hormus. China, Indien, Japan und Südkorea beziehen große Mengen aus den Golfstaaten. Strategische Reserven überbrücken Ausfälle jedoch nur vorübergehend. Die Internationale Energieagentur warnt deshalb vor Gefahren für die globale Energieversorgung. Das gilt besonders, falls sich die Passage nicht binnen weniger Wochen dauerhaft öffnet.
Raffinerien suchen außerdem nach Ladungen aus Westafrika, Lateinamerika und Russland. Doch längere Wege erhöhen Frachtraten und binden Rohöltanker über mehr Zeit. US-Öl bietet eine wichtige Alternative, kann fehlende Golfmengen aber nicht vollständig ersetzen. Häfen, Pipelines und Exportterminals begrenzen die kurzfristig verfügbare Menge. Deshalb bleibt der Markt von einer Rückkehr des regulären Hormus-Verkehrs abhängig.
Zusätzliche Nachfrage verschärft den Wettbewerb mit Europa
Gleichzeitig profitieren amerikanische Raffinerien bereits von der hohen internationalen Nachfrage nach Treibstoffen. Ihre Gewinnmargen erreichten zuletzt neue Rekorde, während US-Bestände für Diesel und Benzin niedrig blieben. Mehr asiatische Käufe von US-Öl können daher auch den Wettbewerb mit Europa verschärfen. Händler liefern bevorzugt an Märkte mit höheren Geboten. Deshalb drohen zusätzliche Preisaufschläge bei Rohöl, Diesel und Kerosin.
Solange die Angriffe andauern, bleiben Ölpreise und Transportkosten anfällig für neue Sprünge. Brent lag zuletzt bei rund 84 Dollar je Barrel, während WTI etwa 79 Dollar kostete. Beide Sorten gewannen innerhalb einer Woche fast zwölf Prozent. Eine dauerhafte Öffnung von Hormus könnte verspätete Golf-Ladungen dagegen wieder in den Markt bringen. Ohne diese Entlastung dürfte Asiens Suche nach alternativen Lieferanten deshalb weitergehen.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Focus (16.07.26) – Hellenic Shipping News (16.07.26) – rigzone (15.07.26) – The Guardian (13.07.26) – IEA (10.07.26)
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