Ein Grundbuch-Hack hat am 14. Juli 2026 in Rumänien die zentrale Katasterbehörde ANCPI lahmgelegt. Der Angreifer nutzte laut Cybersicherheitsbehörde bekannte Schwachstellen und zuvor veröffentlichte Zugangsdaten. Danach löschte er produktive Systeme sowie Sicherungskopien, doch getrennte Backups blieben erhalten. Deshalb können Notare landesweit keine Verkäufe, Hypotheken oder Grundbuchauszüge abschließen. Die Behörde erklärt die juristischen Kerndaten jedoch für unversehrt.
Grundbuch-Hack traf vollständig digitalisierte Verfahren
Die Plattform e-Terra verbindet Katasterämter, Notare, Banken und weitere Behörden. Außerdem verarbeitet sie neue Eintragungen und bereits gestellte Anträge vollständig digital. Seit dem Ausfall fehlen deshalb die Auszüge, die Notare für Eigentumswechsel und Banken für Finanzierungen benötigen.

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Der Grundbuch-Hack galt zunächst nur als schwerer technischer Zwischenfall, doch ANCPI bestätigte später den Angriff. Ein Täter mit dem Namen ByteToBreach beansprucht die Attacke für sich. Er bot mutmaßlich kopierte Zugangsdaten, Quellcode und interne Unterlagen in einem kriminellen Forum an. Die Ermittler fanden bisher jedoch keine Hinweise auf gestohlene Personendaten oder Grundbuchurkunden.
Getrennte Backups bewahren die Kerndaten
ANCPI erklärt, der Angreifer habe die technischen und rechtlichen Hauptdatenbanken nicht verändert. Mehrere Sicherungen an getrennten Standorten ermöglichen deshalb die Wiederherstellung. Techniker installieren die Infrastruktur neu und prüfen jede Komponente vor der Freigabe.
Die Behörde migriert die Anwendungen außerdem in die rumänische Regierungscloud. Der ursprünglich für den 22. Juli erwartete Abschluss garantiert jedoch noch keinen sofortigen Neustart. Einen festen Termin für den Regelbetrieb nannte ANCPI bis zum 22. Juli nicht. Lettlands CERT unterstützt die Ermittlungen, denn derselbe Hacker soll zuvor den staatlichen Forstbetrieb LVM angegriffen haben.
Steuerfrist verschärft Folgen für Wohnungskäufer
Der Grundbuch-Hack trifft den Immobilienmarkt kurz vor einer wichtigen Steuerfrist. Für bestimmte Neubauten steigt die Mehrwertsteuer am 1. August von 9 auf 21 Prozent. Betroffene Käufer könnten deshalb bis zu 14.000 Euro zusätzlich zahlen, falls Notare die Verträge nicht rechtzeitig beurkunden.
Im Parlament liegt daher ein Vorschlag, die Frist bis zum 1. Oktober zu verlängern. Die Regelung ist jedoch noch nicht endgültig beschlossen und gilt nur für bestimmte Altverträge. Der Angriff zeigt außerdem, dass digitale Register ohne belastbare Notverfahren ganze Märkte binnen Stunden blockieren können. Rumäniens Fall betrifft deshalb nicht nur IT-Sicherheit, sondern auch Eigentumsrechte, Kredite und staatliche Handlungsfähigkeit.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: bne IntelliNews (21.07.26) – Cybernews (20.07.26) – Digi24 (20.07.26) – Radio Romania (17.07.26)
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