Atommüll-Endlager Onkalo vor Weltpremiere: Atomaufsicht befürwortet Betriebsgenehmigung

In Eurajoki an Finnlands Westküste hat die Atomaufsicht STUK am 4. August 2026 eine positive Sicherheitsbewertung für das Atommüll-Endlager Onkalo vorgelegt. Nach ihrer Prüfung erfüllt Posivas Anlage die Anforderungen des finnischen Atomenergiegesetzes. Deshalb kann die Regierung nun über die beantragte Betriebsgenehmigung bis Ende 2070 entscheiden. Das Wirtschaftsministerium will den Beschlussvorschlag im Herbst vorlegen. Posiva darf jedoch auch nach einer Genehmigung noch keine Brennelemente einlagern, bevor STUK die Betriebsbereitschaft separat bestätigt. Onkalo wäre das weltweit erste tiefengeologische Endlager für abgebrannten Kernbrennstoff, das diese Genehmigungsstufe erreicht.


Atommüll-Endlager setzt auf mehrere Sicherheitsbarrieren

Das Atommüll-Endlager folgt einem Mehrbarrierenprinzip. Posiva verschließt abgebrannte Brennelemente zunächst in Behältern aus Eisen und Kupfer. Danach umgibt Bentonit die Behälter, während das stabile Grundgestein eine weitere Barriere bildet. STUK betont deshalb, dass die Sicherheit nicht von einem einzelnen Material oder Bauteil abhängt.

Finnlands Atomaufsicht hält das Atommüll-Endlager Onkalo für genehmigungsfähig. Die Regierung will im Herbst über den Betrieb entscheiden
Finnlands Atomaufsicht hält das Atommüll-Endlager Onkalo für genehmigungsfähig. Die Regierung will im Herbst über den Betrieb entscheiden
Bild: ©Posiva

Die Behörde prüfte jedoch nicht nur den späteren Anlagenbetrieb. Sie untersuchte auch die Sicherheit über sehr lange Zeiträume. Seit 2000 investierten STUK und externe Fachleute mehr als 250 Personenjahre in Aufsicht und Genehmigungsprüfung. Außerdem bewertete die Behörde, ob Posivas Organisation ausreichend auf den Betrieb vorbereitet ist.

Regierung muss Betrieb von Onkalo noch genehmigen

Die positive Bewertung bedeutet jedoch noch keine Betriebserlaubnis. Über die Genehmigung entscheidet die finnische Regierung auf Vorlage des Wirtschaftsministeriums. Selbst danach muss STUK sämtliche Voraussetzungen für einen sicheren Betrieb nochmals kontrollieren. Deshalb darf Posiva vor dieser abschließenden Prüfung keine abgebrannten Brennelemente einlagern.

Posiva peilt weiterhin die Betriebsbereitschaft bis Ende 2026 an. Allerdings muss das Unternehmen vorher weitere Tests und Inbetriebnahmearbeiten abschließen. Das betrifft vor allem die Verkapselungsanlage sowie die unterirdischen Einrichtungen. Außerdem kann STUK zusätzliche Maßnahmen verlangen, falls die abschließenden Prüfungen Nachbesserungsbedarf zeigen.


Finnland erreicht weltweit einmalige Genehmigungsstufe

Das Atommüll-Endlager soll abgebrannte Brennelemente aus den Kernkraftwerken Olkiluoto und Loviisa aufnehmen. Der eigentliche Einlagerungsbereich liegt etwa 430 Meter unter der Erdoberfläche. Derzeit umfasst Onkalo rund zehn Kilometer Tunnel, während langfristig weitere etwa 40 Kilometer entstehen sollen. Damit liegt Finnland bei der tiefengeologischen Entsorgung abgebrannter Brennelemente weltweit an der Spitze.

Finnland arbeitet seit mehr als vier Jahrzehnten an dieser Lösung. Dennoch endet die beantragte Betriebsgenehmigung bereits Ende 2070 und umfasst damit nicht automatisch den gesamten späteren Lebenszyklus der Anlage. STUK verlangt deshalb spätestens zehn Jahre nach der Genehmigung eine erste regelmäßige Sicherheitsbewertung. Außerdem muss Posiva den Langzeitsicherheitsnachweis an das tatsächlich eingesetzte Endlagersystem anpassen. Damit bleibt die behördliche Kontrolle auch nach einem möglichen Betriebsstart ein zentraler Bestandteil des finnischen Konzepts.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Stuk (04.08.26)Finnish Goverment (04.08.26)Posiva (04.08.26)NucNet (04.08.26)

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